Fragen zu Stadttauben

Fragen und Antworten

Warum leben so viele Stadttauben in der Stadt? Was tun bei einem Nest? Und wie hilft ein betreuter Taubenschlag? Hier findest du die wichtigsten Antworten.

Stadttaube in Not?

Bei einem verletzten oder hilflosen Tier zählt schnelles, ruhiges Handeln.

Zur Notfallhilfe
Woher kommt das Problem mit den Stadttauben?

Stadttauben sind Nachfahren von Haus-, Brief-, Renn- und Wirtschaftstauben. Menschen haben sie über viele Generationen gezüchtet, genutzt und später vielerorts sich selbst überlassen. Auch ihr starker, ganzjähriger Bruttrieb ist eine Folge dieser Zucht.

Deshalb ist ihre heutige Situation in den Städten kein natürlich entstandenes Wildtierproblem, sondern menschengemacht. Die Tiere leben in unserer Nähe, finden dort aber oft weder passende Nahrung noch sichere Brutplätze.

Warum sind Stadttauben schützenswert?

Stadttauben sind fühlende Lebewesen. Sie können Schmerz, Angst und Leid empfinden und verdienen deshalb denselben Respekt wie andere Tiere – unabhängig davon, ob Menschen sie schön, nützlich oder störend finden.

Hinzu kommt unsere besondere Verantwortung: Menschen haben die Vorfahren der heutigen Stadttauben domestiziert, über Jahrhunderte als Boten, Nutz- und Haustiere gehalten und an ein Leben in unserer Nähe gewöhnt. Eine tiergerechte Versorgung ist daher auch eine gesellschaftliche Aufgabe.

Wie kann ich mithelfen?

Du kannst im Taubenschlag, bei Eiertauschaktionen, auf Stadtrundgängen oder bei der Versorgung kranker und verletzter Stadttauben mithelfen. Auch Unterstützung bei Gestaltung, Veranstaltungen und Aufklärungsarbeit ist willkommen. Wer ein Auto hat, kann sich in unserer WhatsApp-Fahrergruppe für Transporte melden, etwa zu Pflegestellen oder in die Tierarztpraxis.

Wenn du weniger Zeit hast, helfen eine Spende, eine Patenschaft oder Gespräche mit anderen Menschen über einen respektvollen Umgang mit Stadttauben. Schreib uns einfach, wenn du dich einbringen möchtest.

Kontakt aufnehmen →
Darf ich Stadttauben füttern?

In Hildesheim gilt ein Fütterungsverbot für Stadttauben. Wer Stadttauben füttert, muss daher mit einem Ordnungsgeld rechnen.

Ein Verbot löst die Ursachen allerdings nicht: Hungrige Stadttauben weichen auf Abfälle und ungeeignete Essensreste aus. Wir setzen uns auch deshalb für eine kontrollierte Fütterung an abgestimmten Orten ein, verbunden mit betreuten Taubenschlägen und Eiertausch.

Ich habe ein Nest gefunden – was nun?

Bitte entferne weder Nest noch Eier oder Jungvögel auf eigene Faust. Das kann den Tieren erhebliches Leid zufügen und gegen das Tierschutzgesetz verstoßen.

Melde den Fund zuerst bei uns. Bei Stadttauben können befruchtete Eier fachgerecht gegen Attrappen ausgetauscht werden. Die Stadttauben brüten weiter, ohne dass zusätzlicher Nachwuchs entsteht.

Ringeltaube oder Stadttaube?

Ringeltauben sind deutlich größer und kräftiger als Stadttauben. Ihr Gefieder ist blaugrau mit rötlich schimmernder Brust. Erwachsene Tiere tragen einen auffälligen weißen Fleck an beiden Halsseiten, und im Flug ist ein breites weißes Band auf den Flügeln zu sehen. Stadttauben sind kleiner und sehr unterschiedlich gefärbt von grau über schwarz bis fast weiß.

Auch ihre Lebensweise unterscheidet sich: Ringeltauben brüten in Bäumen und sind eher scheu. Stadttauben suchen dagegen die Nähe des Menschen und brüten in Nischen an Gebäuden, unter Brücken oder auf Vorsprüngen.

Der wichtigste Unterschied: Ringeltauben sind reine Wildtiere und keine verwilderten Haustiere. Sie unterliegen dem Natur- und Jagdrecht. Ihre Eier dürfen deshalb nicht getauscht werden, und verletzte oder junge Ringeltauben dürfen nicht ohne Weiteres aufgenommen und gepäppelt werden. Wir können dir im Fall eines Notfallfunds vermittelnd zur Seite stehen und die Ringeltaube in Ausnahmefällen, vorausgesetzt wir haben die Kapazitäten dafür, lediglich für eine Überbrückung bis zur nächsten Pflegestelle entgegennehmen. Wir stehen teilweise mit entsprechenden Wildvogelstationen oder Wildtierhilfen in Kontakt und können entsprechend weiterleiten.

Übertragen Stadttauben Krankheiten auf Menschen?

Viele Erkrankungen, die Stadttauben betreffen, sind vor allem für andere Vögel ansteckend. Übertragungen zwischen Stadttauben und Menschen sind äußerst selten.

Beim normalen Umgang reichen übliche Hygieneregeln aus: Hände waschen, direkten Kontakt mit Ausscheidungen vermeiden und bei der Versorgung eines Tieres sauber arbeiten.

Ist Taubenkot schädlich?

Auf mineralischen Baustoffen wie Stein oder Mauerwerk verursacht Taubenkot keine nennenswerten Schäden. Empfindlicher können Bleche reagieren, für viele Fassaden ist starke Luftverschmutzung die größere Belastung.

Gesunde, artgerecht ernährte Stadttauben setzen eher festen, gut entfernbaren Kot ab. Durch Hunger und ungeeignetes Futter entsteht dagegen häufiger dünnflüssiger Kot – ein weiterer Grund für betreute Schläge und artgerechte Nahrung.

Wie wird die Population nachweislich reduziert?

Die Anzahl der ausgetauschten Eier wird dokumentiert. Der Eiertausch im betreuten Schlag und an bekannten Brutplätzen verhindert Nachwuchs, ohne Tiere zu verletzen.

Künftig sollen die Aktionen an den Hildesheimer Brennpunkten häufiger stattfinden und auch die Bestände langfristig erfasst werden. Dafür brauchen wir als Verein jedoch ausreichend Menschen, Zeit und finanzielle Mittel.

Was passiert mit aufgenommenen Stadttauben?

Soweit es die Kapazitäten zulassen, übernehmen ehrenamtliche Pflegestellen gesicherte Stadttauben. Ist eine aufwendigere Versorgung nötig, vermitteln wir das Tier gegebenenfalls an eine andere geeignete Stelle weiter.

Nach der Stabilisierung können manche Stadttauben kontrolliert am Fundort oder am Taubenschlag freigelassen werden. Tiere, die nicht mehr ausgewildert werden können, sollen einen dauerhaften Platz mit Artgenossen bekommen.

Wie profitiert Hildesheim von der Stadttaubenhilfe?

Betreute Taubenschläge verlagern Futter-, Brut- und Aufenthaltsorte aus sensiblen Bereichen der Innenstadt. Dort können die Tiere artgerecht versorgt und ihre Eier kontrolliert getauscht werden. Ein großer Teil des Kots fällt ebenfalls im Schlag an und lässt sich gezielt entfernen.

Aufklärung, Stadtrundgänge und die Zusammenarbeit mit der Stadt helfen außerdem, Konflikte zu reduzieren und ein besseres Miteinander von Menschen und Stadttauben zu schaffen.

Wie finanziert ihr eure ehrenamtliche Arbeit?

Die Arbeit ist vollständig spendenfinanziert. Futter, Pflege, medizinische Versorgung, Taubenschlag und Eiertausch sind deshalb auf regelmäßige Unterstützung angewiesen.

Mit einer Patenschaft helfen →
Welche interessanten Fakten gibt es über Stadttauben?

Stadttauben besitzen einen außergewöhnlichen Orientierungssinn und finden selbst über große Entfernungen nach Hause. Dabei helfen ihnen vermutlich Sonne, Geruch, markante Punkte in der Landschaft und das Erdmagnetfeld. Anders als viele andere Vögel können sie Wasser direkt ansaugen.

Sie erkennen zahlreiche Bilder und sogar menschliche Gesichter, lösen anspruchsvolle Aufgaben und leben häufig in festen Paarbindungen. Beide Elterntiere brüten und ernähren die Küken mit nährstoffreicher Kropfmilch. Als Nachfahren der Felsentaube bevorzugen Stadttauben geschützte Nischen und Vorsprünge statt Baumkronen, beim Nestbau bleiben sie dabei eher minimalistisch.

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Wichtiger Hinweis zur Notfallhilfe

Wir sind ein ehrenamtlich arbeitender Verein. Damit wir der Stadttaube schnell helfen können, sind wir auf deine Mithilfe angewiesen.